- .gitignore: .claude/docs, rules, commands tracken; settings.local weiter ignorieren - DOCUMENTATION.md: verbindliche Ablage functional/technical/working/issues - .claude/README.md: Agent-Einstieg; GITEA_ISSUES_INDEX aus MCP (Stand 2026-04-08) - Arbeitspapiere von docs/ nach .claude/docs/working/ verschoben - docs/MEMBERSHIP_SYSTEM.md als Stub; kanonisch technical/MEMBERSHIP_SYSTEM.md - CLAUDE.md Pflichtlektüre und Links angepasst; docs/README.md vereinfacht Made-with: Cursor
36 KiB
Konzept – Diagramme, Scores und regelbasierte Auswertungen für Mitai Jinkendo
Stand: 24.03.2026
Ziel: Fachlich belastbares Konzept für Diagramme, Kennzahlen, Scores, Warnungen und regelbasierte Empfehlungen ohne KI, aber so strukturiert, dass ein Coding Agent es direkt umsetzen kann.
Basis: Analyse des hochgeladenen Datenmodells DATA_ARCHITECTURE.md (Gewicht, Umfänge, Caliper, Aktivitäten, Vitalwerte, Blutdruck, Schlaf, Ernährung, geplante Recovery-/Korrelations-Logik).
1. Zielbild
Das System soll vor einer späteren KI-Stufe bereits drei Ebenen sauber abdecken:
- Deskriptiv: Was ist passiert?
- Zeitreihen, Verteilungen, Trends, Volumina, Zielabweichungen
- Diagnostisch: Was hängt wahrscheinlich zusammen?
- Lag-basierte Zusammenhänge, Baseline-Abweichungen, Muster, Plateaus, Wechselwirkungen
- Präskriptiv (regelbasiert, nicht KI): Was ist als nächste Handlung naheliegend?
- konkrete, nachvollziehbare Hinweise mit Trigger-Logik und Vertrauensstufe
Wichtig ist, dass das System zielabhängig interpretiert:
- Gewichtsreduktion
- Muskel-/Kraftaufbau
- Konditions-/Ausdaueraufbau
- Körperrekomposition
- allgemeine Gesundheit
- Mischziele
Dasselbe Rohsignal kann je nach Ziel anders bewertet werden. Ein Kaloriendefizit ist z. B. bei Gewichtsreduktion oft positiv, bei Kraftaufbau aber potenziell hinderlich.
2. Fachliche Bewertung des aktuellen Datenmodells
2.1 Stärken des vorhandenen Modells
Das vorhandene Modell ist bereits ungewöhnlich stark, weil es mehrere Domänen zusammenführt:
- Körper: Gewicht, Umfänge, Caliper, BF%, LBM, FM
- Aktivität: Trainingstypen, Qualität, Dauer, HR, Kalorien, Fähigkeiten-Beitrag
- Recovery / Gesundheit: RHR, HRV, VO2max, SpO2, Atemfrequenz, Blutdruck
- Lifestyle: Schlafdauer, Schlafsegmente, Ernährung, Ruhetage
- Korrelationen / spätere KI: bereits als Richtung angelegt
Dadurch sind nicht nur Einzelcharts möglich, sondern wirkliche Mehrfaktorauswertungen. Das ist ein zentraler Vorteil des Modells.
2.2 Fachliche Schwächen / Risiken im aktuellen Konzept
A. Recovery Score aktuell zu grob
Die aktuell vorgesehene Recovery-Logik (HRV vs. 7-Tage-Mittel, RHR invertiert, Schlafqualität) ist als Startpunkt brauchbar, aber fachlich zu fragil für harte Entscheidungen.
Probleme:
- HRV ist stark mess- und tagesformabhängig.
- Ein bloßer Quotient gegen den 7-Tage-Mittelwert ist ausreißeranfällig.
- Es fehlt eine Messqualitätslogik.
- Es fehlt eine individuelle Normalzone statt reinem Durchschnitt.
- Es fehlt eine Kontextlogik für Schlafschuld, Vorbelastung und Messlücken.
B. Trainingsqualität darf nicht HR-zentriert sein
Die vorhandene quality_label-Logik ist für Cardio sinnvoll, aber nicht für alle Trainingstypen. Krafttraining, Mobility, Meditation oder Techniktraining dürfen nicht primär an Avg-HR/Max-HR gemessen werden.
C. BMI nur als Nebenindikator
BMI kann angezeigt werden, sollte aber im System nicht dominant interpretiert werden, wenn bereits BF%, LBM und Umfänge vorliegen.
D. Korrelationen nicht als simples Pearson auf Rohzeitreihen
Reine Pearson-Korrelationen auf gleitenden Alltagsdaten können bei Trends, Saisonmustern und Lags irreführend sein. Für Trainings- und Ernährungsdaten sind Verzögerungen (lags), Detrending und Mindeststichproben deutlich robuster.
E. Zielbezug fehlt noch als Steuerungszentrum
Fachlich entscheidend ist ein expliziter goal_mode, der Score-Gewichtung, Diagramm-Priorisierung und Textbewertung steuert.
3. Zwingende Analyse-Prinzipien für alle Diagramme und Scores
Diese Regeln sollten global gelten.
3.1 Analysefenster
Für fast alle Kennzahlen sollten parallel drei Ebenen geführt werden:
- kurzfristig: 7 Tage
- mittelfristig: 28 Tage
- langfristig: 90 Tage
Empfehlung:
- 7 Tage = Tagesform / Reaktion
- 28 Tage = Verhalten / Adhärenz
- 90 Tage = echte Entwicklung
3.2 Mindestdatenmenge / Confidence
Jede Auswertung bekommt eine Confidence-Klasse:
- hoch = ausreichend Daten, wenig Lücken, mehrere Messpunkte
- mittel = brauchbar, aber eingeschränkt
- niedrig = nur orientierend
- nicht auswertbar = Datenbasis zu klein
Default-Regeln:
- 7d-Auswertung nur ab mind. 4 gültigen Tagen
- 28d-Auswertung nur ab mind. 18 gültigen Tagen
- 90d-Auswertung nur ab mind. 60 gültigen Tagen
- Korrelationen nur ab mind. 21 gepaarten Tageswerten
- lag-basierte Korrelationen nur ab mind. 28 gepaarten Tagen
3.3 Ausreißerbehandlung
Für Gewicht, HRV, RHR, Blutdruck, Schlaf und Ernährung sollten extreme Einzelwerte nicht direkt in Scores laufen.
Empfehlung:
- primär Rolling Median oder EWMA für Trenddarstellung
- Ausreißererkennung per Hampel Filter oder Winsorizing
- Rohwert bleibt sichtbar, geht aber nicht ungefiltert in Score-Berechnung
3.4 Individuelle Baselines statt nur Normwerte
Für Sport- und Recovery-Daten sind intraindividuelle Baselines oft wichtiger als Populationsnormen.
Empfehlung:
- HRV, RHR, Schlafdauer, Blutdruck, Gewicht, Trainingsvolumen immer gegen
- 7d Trend
- 28d Baseline
- optional 90d Baseline vergleichen
3.5 Lags immer mitdenken
Viele Effekte sind verzögert:
- Kalorienbilanz → Gewicht oft mit 2–14 Tagen Verzögerung
- Protein / Krafttraining → LBM eher mit 2–6 Wochen Verzögerung
- Trainingslast → HRV/RHR häufig mit 1–3 Tagen Verzögerung
- Schlafdefizit → Recovery / Leistung typischerweise 1–3 Tage verzögert
Darum sollen Korrelationen nie nur lag=0 prüfen.
3.6 Medizinischer Sicherheitsmodus
Gesundheitsnahe Kennzahlen müssen in drei Schichten bewertet werden:
- Info
- Hinweis
- Abklärung empfohlen
Das System darf motivieren und priorisieren, aber nicht diagnostizieren.
4. Zusätzliche Felder, die fachlich sehr sinnvoll wären
Diese Felder sind nicht zwingend für die erste Umsetzung, würden aber die Qualität stark erhöhen:
Pflichtnah für Phase 2
goal_mode(weight_loss, strength, endurance, recomposition, health)secondary_goals[]goal_priority_weightstraining_age/ Trainingserfahrungmeasurement_time_consistency(z. B. Gewicht morgens nüchtern ja/nein)illness_flagtravel_flagcompetition_flag
Sehr wertvoll
- subjektive Belastung /
session_rpe - subjektive Müdigkeit /
fatigue_score - subjektive Schlafqualität, wenn Gerätedaten fehlen
- Schrittzahl / Alltagsbewegung
- geschätzter Grundumsatz / TDEE
- Taillenumfang-zu-Körpergröße (
waist_to_height_ratio) - standardisierte Blutdruck-Heimmessung-Markierung
Ohne diese Felder bleiben einige Interpretationen möglich, aber weniger präzise.
5. Ziel-Modi und ihre Wirkung auf Diagramme und Scores
5.1 Ziel-Modi
goal_modes:
weight_loss:
focus: [fettmasse, gewichtstrend, kalorienbilanz, protein_sicherung, aktivitaetsvolumen, schlaf]
strength:
focus: [trainingsqualitaet, protein, lbm, recovery, progressionslogik, schlaf]
endurance:
focus: [trainingsvolumen, intensitaetsverteilung, vo2max, recovery, schlaf, energieverfuegbarkeit]
recomposition:
focus: [lbm, fettmasse, protein, trainingsqualitaet, kalorienbalance, schlaf]
health:
focus: [bewegung, blutdruck, schlaf, gewicht, taille, regelmaessigkeit, moderates trainingsvolumen]
5.2 Score-Gewichtung je Ziel
score_weights:
weight_loss:
body_progress: 0.30
nutrition: 0.25
activity: 0.20
recovery: 0.15
health_risk: 0.10
strength:
body_progress: 0.20
nutrition: 0.25
activity: 0.30
recovery: 0.20
health_risk: 0.05
endurance:
body_progress: 0.10
nutrition: 0.20
activity: 0.35
recovery: 0.25
health_risk: 0.10
recomposition:
body_progress: 0.30
nutrition: 0.25
activity: 0.25
recovery: 0.15
health_risk: 0.05
health:
body_progress: 0.20
nutrition: 0.20
activity: 0.20
recovery: 0.20
health_risk: 0.20
6. Kategoriemodell für Visualisierungen
Die Diagramme werden in vier Hauptgruppen ausgeliefert:
- Körper
- Ernährung
- Aktivität
- Korrelation
Jede Visualisierung erhält:
chart_idcategorytitlepurposerequired_fieldsoptional_fieldsderived_metricsaggregationdefault_rangegoal_relevanceinterpretation_rulesrecommendation_rulesconfidence_logic
7. Diagrammkatalog – KÖRPER
K1. Gewichtstrend + Trendkanal + Zielprojektion
Typ: Linienchart mit Trendband
Ziel: echte Entwicklung statt Tagesrauschen sichtbar machen
Einzubeziehende Werte
weight.value- Profilgröße für BMI optional
- Zielgewicht
- Startgewicht
Berechnungen
- Tagesgewicht (Rohwerte)
- 7d Rolling Median
- 28d Trend-Slope
- 90d Trend-Slope
- Zielprojektion auf Basis 28d-Trend
- prozentuale Zielannäherung
Aussagen
- Gewicht sinkt/stagniert/steigt
- Trend ist stabil oder volatil
- aktuelles Tempo ist schneller/langsamer als nachhaltiger Zielkorridor
Regelbasierte Hinweise
- bei Gewichtsreduktion: Warnung, wenn 28d-Trend = flach und dokumentierte Energiebilanz im Defizit
- Hinweis, wenn Gewichtsverlust sehr schnell ist und gleichzeitig LBM sinkt
- Hinweis auf Messrauschen, wenn Tagesvolatilität hoch, aber 28d-Trend stabil
Coding-Hinweis
- Rohwerte immer mit anzeigen, aber Standardfokus auf geglättetem Trend
K2. Körperzusammensetzung: Gewicht vs. Fettmasse vs. Magermasse
Typ: kombinierter Linienchart oder gestapelter Flächenchart
Ziel: Gewichtsänderung in Bestandteile zerlegen
Einzubeziehende Werte
- Gewicht
- BF%
- FM
- LBM
Berechnungen
- FM = Gewicht × BF%
- LBM = Gewicht × (1 - BF%)
- 28d- und 90d-Änderung von FM und LBM
Aussagen
- Gewichtsverlust stammt überwiegend aus Fettmasse
- Gewichtsverlust geht mit LBM-Verlust einher
- Gewicht bleibt stabil, aber Rekomposition liegt vor
Regelbasierte Hinweise
- positiv bei Gewichtsreduktion/Rekomposition: FM runter, LBM stabil
- kritisch bei Kraftziel: LBM sinkt trotz Training/Protein
- positiv bei Kraftziel: LBM steigt bei stabiler oder leicht sinkender FM
Wichtig
- BF%-Messungen via Caliper sind nützlich, aber messfehleranfällig; deshalb Confidence reduzieren, wenn Messfrequenz niedrig oder Abstände stark unregelmäßig sind
K3. Umfangs-Panel als Small Multiples
Typ: 8 Mini-Liniencharts statt Radar als Standard
Ziel: lokale Veränderungen sichtbar machen
Einzubeziehende Werte
- chest
- waist
- hip
- arm
- thigh_l / thigh_r
- calf_l / calf_r
Berechnungen
- 28d und 90d Delta je Umfang
- links-rechts Asymmetrie bei Bein/Wade
- optional Verhältnis Taille/Hüfte
- optional Taille/Körpergröße
Aussagen
- zentrale Adiposität verändert sich
- Muskelaufbau eher Oberkörper/Arme/Beine
- Asymmetrien wachsen oder sinken
Regelbasierte Hinweise
- Gewichtsverlust ohne sinkende Taille = möglicher Hinweis auf Wasser-/Mess- oder Adhärenzthema
- Taillenumfang sinkt trotz stabilem Gewicht = sehr positives Signal für Rekomposition
- starke Seitendifferenz = Asymmetrie-Hinweis
K4. Rekompositions-Detektor
Typ: Quadranten-Chart
X-Achse: 28d Δ FM
Y-Achse: 28d Δ LBM
Quadrantenlogik
- optimal recomposition: FM runter, LBM rauf
- cut with risk: FM runter, LBM runter
- bulk / gain: FM rauf, LBM rauf
- unfavorable: FM rauf, LBM runter
Ziel: schnelle Interpretation komplexer Körperveränderung
Einsatz: besonders stark für Mischziele
K5. Body Progress Score (0–100)
Typ: Score + Sparklines
Ziel: Zielbezogene Gesamtbewertung der Körperentwicklung
Komponenten je Zielmodus
body_progress_score:
weight_loss:
fm_change: 0.40
waist_change: 0.25
weight_trend: 0.20
lbm_preservation: 0.15
strength:
lbm_change: 0.45
arm_thigh_change: 0.20
weight_trend: 0.10
bf_stability: 0.10
waist_stability: 0.15
recomposition:
fm_change: 0.35
lbm_change: 0.35
waist_change: 0.20
weight_neutrality: 0.10
Regel
- Score nur anzeigen, wenn in den letzten 28 Tagen ausreichende Körperdaten vorliegen
8. Diagrammkatalog – ERNÄHRUNG
E1. Energieaufnahme vs. geschätzter Energieverbrauch vs. Gewichtstrend
Typ: kombinierter Linien-/Balkenchart
Ziel: Energielogik in Relation zum Gewicht sichtbar machen
Einzubeziehende Werte
- Kalorienaufnahme täglich
- Trainingskalorien
- optional geschätzter Grundumsatz / TDEE
- Gewichtstrend
Berechnungen
- tägliche Aufnahme
- 7d Durchschnitt Aufnahme
- Energieüberschuss/-defizit
- 7d geglättete Bilanz
- lagged comparison zur Gewichtsentwicklung (3d, 7d, 14d)
Aussagen
- Bilanz passt nicht zur Gewichtsrealität
- Wochenendeffekt vorhanden
- Intake ist hoch volatil
Regelbasierte Hinweise
- Gewicht sinkt nicht trotz dokumentiertem Defizit → Messlücke, Verbrauchsüberschätzung oder kurze Beobachtungsdauer möglich
- anhaltend großes Defizit + Recovery-Verschlechterung → Belastungshinweis
- deutliche Intake-Volatilität → Adhärenz-Hinweis
Wichtige fachliche Anmerkung Trainingskalorien aus Wearables sind ungenau. Für Scores sollten sie mit geringerer Priorität eingehen als dokumentierte Zufuhr und Gewichtsrealität.
E2. Protein adequacy chart (g/Tag, g/kg KG, optional g/kg LBM)
Typ: Linienchart mit Zielband
Ziel: Protein nicht nur absolut, sondern relativ interpretieren
Einzubeziehende Werte
- Protein g
- Körpergewicht
- optional LBM
- Zielmodus
Berechnungen
- Protein absolut
- Protein g/kg Körpergewicht
- optional Protein g/kg LBM
- 7d und 28d Mittel
- Tage im Zielbereich
Default-Referenzlogik
- allgemeine Aktivität / Gewichtsreduktion: individueller Zielkorridor konfigurierbar
- Kraft/Rekomposition: höherer Zielkorridor
- App-seitig als konfigurierbare Logik aufsetzen, nicht als starren globalen Wert
Mindestfachliche Defaults
- für trainierende Personen ist höhere Proteinzufuhr als bei Inaktiven sinnvoll
- pro Mahlzeit bzw. Portion sind 20–40 g bzw. etwa 0,25 g/kg hochwertige Proteinmenge ein belastbarer Referenzanker
Regelbasierte Hinweise
- Kraftziel + Protein an <4 Tagen/Woche im Zielband → Protein-Hinweis
- Defizitphase + Protein unter Zielband → Hinweis auf erhöhtes LBM-Verlustrisiko
E3. Makroverteilung und Wochenkonsistenz
Typ: 100%-gestapelter Wochenbalken + Streuungsindikator
Ziel: weniger „Makro-Schönheit“, mehr Verhaltenskonsistenz
Einzubeziehende Werte
- Protein
- Fett
- Kohlenhydrate
- Kalorien
- optional Zucker
- optional Ballaststoffe
Berechnungen
- Wochenmittel je Makro
- Variationskoeffizient
- Wochenende vs. Werktag
Aussagen
- stark schwankende Ernährung
- proteinarm an Belastungstagen
- hoher Zuckerschwerpunkt bei gleichzeitig niedrigem Ballaststoffniveau
Regelbasierte Hinweise
- bei Gesundheit/Zielreduktion: hoher Zucker + niedrige Ballaststoffe → Qualitäts-Hinweis
- bei Ausdauer: Kohlenhydrate an Belastungstagen zu niedrig → Performance-Hinweis
E4. Ernährungs-Adhärenz-Score (0–100)
Typ: Scorecard
Ziel: nicht die „perfekte Ernährung“, sondern Zieltreue messen
Komponenten
nutrition_score:
weight_loss:
calorie_target_adherence: 0.35
protein_target_adherence: 0.25
intake_consistency: 0.20
fiber_or_food_quality: 0.10
sugar_control: 0.10
strength:
protein_target_adherence: 0.35
calorie_support: 0.25
intake_consistency: 0.20
carb_support_on_training_days: 0.20
endurance:
energy_adequacy: 0.30
carb_support: 0.30
protein_adequacy: 0.20
intake_consistency: 0.20
Hinweis Ballaststoffe und Zucker nur dann relevant gewichten, wenn Datenqualität ausreichend ist.
E5. Energieverfügbarkeits-Warnung (heuristisch, klar als Heuristik markieren)
Typ: Ampel / Warnkarte
Ziel: Unterversorgung erkennen, ohne klinische Diagnose zu behaupten
Einzubeziehende Werte
- Kalorienaufnahme
- Trainingskalorien
- Gewichtstrend
- Recovery Score
- Schlaf
- ggf. LBM
Heuristische Trigger
- anhaltendes großes Defizit über mehrere Tage/Wochen
- Recovery sinkt gleichzeitig
- Schlaf verschlechtert sich gleichzeitig
- LBM sinkt gleichzeitig
Ausgabe
- „mögliche Unterversorgung / zu aggressives Defizit“
- keine Diagnoseformulierung
9. Diagrammkatalog – AKTIVITÄT
A1. Trainingsvolumen pro Woche
Typ: gestapelte Wochenbalken
Ziel: Umfang und Mix sichtbar machen
Einzubeziehende Werte
- Dauer
- Trainingskalorien
- Trainingstyp
- quality_label
Berechnungen
- Einheiten pro Woche
- Minuten pro Woche
- Minuten je Kategorie
- Anteil qualitativ brauchbarer Sessions
Aussagen
- Training ist regelmäßig oder sprunghaft
- relevante Kategorien fehlen
- „viel trainiert“ vs. „viel dokumentiert, aber wenig qualitativ“
A2. Intensitätsverteilung / Zonenbild
Typ: gestapelter Flächenchart oder Wochenbalken
Ziel: Intensitätsmuster sichtbar machen
Einzubeziehende Werte
- HR-Zonen-Verteilung, sobald vorhanden
- bis dahin:
avg_hr,max_hr,quality_label, Trainingstyp
Fallback-Logik ohne echte Zonen
- Proxy-Intensität in 3 Stufen:
- niedrig
- moderat
- hoch
- Ableitung aus Kombination von Dauer, avg_hr, max_hr und Typ
Aussagen
- Ausdauerziel: zu wenig Grundlagentraining oder zu viel harte Belastung
- Gesundheit: Bewegung vorhanden, aber kaum moderat/vigorous
- Kraftziel: hohe HR ist kein Muss, daher Zonen nur begrenzt gewichten
A3. Trainingsqualitäts-Matrix
Typ: Heatmap
Achsen: Woche × Trainingstyp
Ziel: Qualität nicht nur als Einzelbadge, sondern als Muster darstellen
Einzubeziehende Werte
- training_type
- quality_label
- duration
- avg_hr / max_hr optional
Darstellung
- Zellenfarbe = mittlere Qualitätsstufe
- Zellgröße optional = Anzahl Sessions
Nutzen
- zeigt, ob bestimmte Typen regelmäßig unter Mindestqualität bleiben
- sehr gut für Coaching und Programmsteuerung
A4. Fähigkeiten-Balance / Ability Radar
Typ: Radar + Zeittrend
Ziel: zeigen, welche Entwicklungsdimensionen systematisch trainiert werden
Einzubeziehende Werte
training_types.abilities- Aktivitäten
- Dauer / Qualität
Berechnungen
- wöchentlicher Ability Load je Dimension
- geglätteter 28d-Wert
- Balance-Index
Dimensionen
- Kraft
- Ausdauer
- Mental
- Koordination
- Mobilität
Aussagen
- Training ist einseitig
- Mobilität/Mental fehlen
- gute Balance oder starke Spezialisierung
Regelbasierte Hinweise
- bei Stagnation und sehr einseitiger Belastung → Balance-Hinweis
- bei Gesundheit/Zielbreite → zu schmale Bewegungsbasis
A5. Load-Monitoring: interne Last, Monotony, Strain
Typ: Wochenchart mit Warnbändern
Ziel: Belastungssteuerung sichtbar machen
Wichtiger fachlicher Hinweis
Da session_rpe aktuell fehlt, sollte ein Proxy-Load verwendet werden und klar als Proxy gekennzeichnet sein.
Proxy-Load-Vorschlag
proxy_internal_load:
formula: duration_min * intensity_factor * quality_factor
intensity_factor:
low: 1.0
moderate: 1.5
high: 2.0
quality_factor:
excellent: 1.15
very_good: 1.05
good: 1.0
acceptable: 0.9
poor: 0.75
excluded: 0.0
Darstellungen
- Wochenlast
- Monotony = Wochenmittel / Wochen-Standardabweichung
- Strain = Wochenlast × Monotony
Wichtiger Hinweis Monotony/Strain sind nützliche Coach-Metriken, aber nicht als medizinische Wahrheit interpretieren.
A6. Aktivitäts-Goal-Alignment-Score (0–100)
Typ: Scorecard
Ziel: Training im Verhältnis zum Nutzerziel bewerten
Beispiel-Logik
activity_score:
weight_loss:
weekly_minutes: 0.25
frequency: 0.20
quality_sessions: 0.20
strength_presence: 0.15
activity_consistency: 0.20
strength:
strength_session_presence: 0.35
quality_strength_sessions: 0.25
recovery_respect: 0.15
supportive_cardio: 0.10
consistency: 0.15
endurance:
weekly_minutes: 0.25
intensity_distribution: 0.25
frequency: 0.20
load_progression: 0.15
recovery_respect: 0.15
A7. Ruhetags-/Recovery-Compliance
Typ: Kalender-Heatmap
Ziel: zeigen, ob Belastung und Erholung zusammenpassen
Einzubeziehende Werte
- geplante Ruhetage
- tatsächliche Aktivitäten
- Recovery Score
- Schlafschuld
Aussagen
- Ruhetag wird respektiert oder regelmäßig „durchtrainiert“
- schlechte Recovery trotz fehlender Ruhetage
- unnötig viele Ruhetage bei Leistungsziel
A8. VO2max-Entwicklung
Typ: Linienchart
Ziel: kardiorespiratorische Entwicklung sichtbar machen
Einzubeziehende Werte
- VO2max
- Aktivitätsvolumen
- Intensitätsverteilung
- Ruhepuls optional
Regelbasierte Hinweise
- steigendes Volumen ohne VO2max-Fortschritt → Programm-/Intensitätsfrage
- sinkende VO2max + sinkende Aktivität → Deconditioning-Hinweis
- bei Kraftziel nur sekundär priorisieren
10. Diagrammkatalog – KORRELATIONEN / KOMPLEXE ZUSAMMENHÄNGE
Grundsatz
Korrelationen müssen explizit als explorativ gekennzeichnet sein. Sie zeigen Hinweise, keine Beweise.
Jeder Korrelationschart bekommt:
- Effektstärke
- Vorzeichen
- bestes Lag-Fenster
- Datenanzahl
- Confidence
- Text: „Hinweis“, nicht „Ursache“
C1. Energie-Balance vs. Gewichtsveränderung (lagged)
Typ: Lag-Heatmap oder Cross-Correlation Panel
Ziel: erkennen, nach wie vielen Tagen Energiebilanz und Gewicht am plausibelsten zusammenlaufen
Einzubeziehende Werte
- tägliche Kalorienbilanz
- 7d Gewichtsänderung
Lags
- 0, 3, 7, 10, 14 Tage
Ausgabe
- bestes Lag
- Richtung des Zusammenhangs
- Confidence
Nutzen
- deutlich besser als einfache Same-Day-Pearson-Korrelation
C2. Protein adequacy vs. LBM-Trend
Typ: Scatter + Trend + 28d Fenstervergleich
Ziel: erkennen, ob Proteinversorgung mit Magermasse-Stabilität oder -Anstieg einhergeht
Einzubeziehende Werte
- Protein g/kg
- LBM
- Krafttrainingslast
Hinweis Protein nie isoliert interpretieren; Training muss als Moderator mitgedacht werden.
C3. Trainingslast vs. HRV/RHR (1–3 Tage verzögert)
Typ: duale Lag-Auswertung
Ziel: individuelle Ermüdungsreaktion erkennen
Einzubeziehende Werte
- Proxy-Load / Volumen
- HRV
- RHR
- Schlaf
Lags
- 1, 2, 3 Tage
Aussagen
- hohe Last führt individuell eher zu HRV-Abfall / RHR-Anstieg
- keine klare Reaktion erkennbar
- Reaktion nur bei Schlafmangel ausgeprägt
C4. Schlafdauer + Schlafregularität vs. Recovery
Typ: Bubble-/Quadrantenchart
Achsen: Schlafdauer, Schlafregularität
Bubble: Recovery Score
Ziel: zeigen, dass nicht nur Menge, sondern auch Regelmäßigkeit relevant ist
Einzubeziehende Werte
- Schlafdauer
- Bedtime/Waketime
- daraus Sleep Regularity Index oder einfacher Regularity Proxy
- Recovery Score
Empfehlung Mindestens eine einfache Regularitätsmetrik ergänzen:
sleep_regularity_proxy:
inputs: [bedtime, waketime]
metric: mean_absolute_shift_from_previous_day_minutes
lower_is_better: true
Optional später:
- echter
Sleep Regularity Index (SRI)
C5. Blutdruck-Kontextmatrix vs. Schlaf / Training / Stress-naher Kontext
Typ: Matrix / Boxplots nach Kontext
Ziel: nicht nur Höhe, sondern Situation verstehen
Einzubeziehende Werte
- systolisch
- diastolisch
- Puls
- Messkontext
- Schlaf der Vor-Nacht
- Training am selben / Vortag
Aussagen
- Blutdruck morgens systematisch höher
- Training scheint akut positiv/neutral/negativ assoziiert
- Stress-Kontexte sind Ausreißerträger
Medizinischer Hinweis Das System soll hier eher Screening-/Monitoring-Logik abbilden, nicht Diagnose.
C6. Plateau-Detektor
Typ: Ereignis-Karte / Warnpanel
Ziel: „viel Einsatz, wenig Fortschritt“ identifizieren
Plateau-Definitionen je Zielmodus
plateau_logic:
weight_loss:
condition:
- 28d_weight_slope_flat
- waist_change_small
- adherence_high
strength:
condition:
- activity_score_high
- lbm_change_flat
- recovery_low_or_variable
endurance:
condition:
- volume_high
- vo2max_flat
- monotony_high
Ausgabe
- Plateau wahrscheinlich / möglich / nicht erkennbar
- Top-3 plausible Einflussfaktoren
C7. Multi-Faktor Driver Panel
Typ: priorisierte Einflusskarten
Ziel: ohne KI eine „Top-Treiber“-Ansicht erzeugen
Mechanik Das System bewertet für ein Ziel die wichtigsten beeinflussbaren Faktoren regelbasiert:
- Energie
- Protein
- Schlafdauer
- Schlafregelmäßigkeit
- Trainingskonsistenz
- Qualitätsanteil
- Recovery
- Ruhetagsrespekt
Ausgabe pro Faktor
- Status: förderlich / neutral / hinderlich
- Evidenz: hoch / mittel / niedrig
- Begründung: 1 Satz
Das ist eine sehr starke Brücke zur späteren KI-Stufe.
11. Zentrale Scores
S1. Recovery / Readiness Score (verbesserte Version)
Die bestehende Idee ist gut, sollte aber robuster umgesetzt werden.
Eingangswerte
- HRV vs. 28d Baseline
- RHR vs. 28d Baseline
- Schlafdauer vs. Ziel
- Schlafschuld
- Schlafregularität
- Vorbelastung 1–3 Tage
- Messqualität / Datenvollständigkeit
Empfohlene Logik
Nicht rohe Quotienten, sondern normalisierte Abweichungszonen.
recovery_score:
components:
hrv_status: 0.25
rhr_status: 0.20
sleep_duration: 0.20
sleep_debt: 0.10
sleep_regularity: 0.10
recent_load_balance: 0.10
data_quality: 0.05
output:
0_39: low
40_59: strained
60_79: normal
80_100: ready
Zusätzliche Regeln
- Kein Score bei zu wenigen validen Datenpunkten
- Fallback-Modus ohne HRV möglich
- Separate Anzeige „Messqualität“
S2. Health Risk / Health Stability Score
Typ: Score 0–100
Ziel: allgemeine Gesundheitsstabilität abbilden
Komponenten
- Blutdruckstatus
- Schlafbasis
- Bewegungsbasis
- Gewicht/Umfangsrisiko
- Regelmäßigkeit
Hinweis Dieser Score ist für allgemeine Gesundheit sehr sinnvoll, aber für Leistungssport sekundär.
S3. Goal Progress Score (Meta-Score)
Typ: Zielabhängiger Gesamtscore
Formel: gewichtete Summe aus Body, Nutrition, Activity, Recovery, Health Risk
Regeln
- nie ohne Teilscore-Transparenz anzeigen
- immer mit Treiberaufschlüsselung
- nie als „Gesundheitsnote“ formulieren
S4. Data Quality Score
Typ: technischer Fachscore
Ziel: schlechte Daten nicht mit scheinbarer Präzision interpretieren
Komponenten
- Messhäufigkeit
- Regelmäßigkeit
- Lücken
- Konsistenz
- Anzahl gepaarter Datenpunkte für Korrelationen
Dieser Score ist extrem wichtig. Ohne ihn werden schlechte Daten zu scheinbar präzisen Aussagen führen.
12. Regelbasierte Aussagen und Empfehlungen ohne KI
Die Formulierungen sollten knapp, neutral und nachvollziehbar sein.
12.1 Beispiel-Statements – Gewichtsreduktion
Positiv
- „Dein 28-Tage-Trend zeigt eine stabile Gewichtsabnahme innerhalb eines nachhaltigen Bereichs.“
- „Der Taillenumfang sinkt parallel zum Gewicht. Das spricht für echten Fortschritt.“
- „Die Magermasse ist trotz Defizit stabil. Das ist in einer Reduktionsphase ein gutes Signal.“
Neutral / Beobachtung
- „Die Tageswerte schwanken deutlich, der 28-Tage-Trend ist aber nahezu stabil.“
- „Die dokumentierte Kalorienbilanz spricht für ein Defizit, das Gewicht reagiert bisher aber nur schwach.“
Kritisch
- „Die Magermasse sinkt parallel zur Gewichtsabnahme. Prüfe Defizithöhe, Protein und Krafttraining.“
- „Der Gewichtsverlauf stagniert seit 4 Wochen trotz hoher Dokumentationsrate.“
- „Das Defizit wirkt im Verhältnis zu Recovery und Schlaf aktuell eher aggressiv.“
12.2 Beispiel-Statements – Kraftaufbau
- „Dein Trainingsmuster ist konsistent, die Körperdaten zeigen aber noch keinen klaren LBM-Anstieg.“
- „Die Proteinzufuhr liegt an mehreren Tagen unter dem Zielbereich für dein Kraftziel.“
- „Recovery und Schlaf sprechen aktuell gegen weitere Steigerung der Trainingslast.“
- „Deine Ability-Balance ist stark kraftlastig, Mobilität und Regeneration sind schwach ausgeprägt.“
12.3 Beispiel-Statements – Ausdauer
- „Die Wochenminuten steigen, aber die Intensitätsverteilung ist unausgeglichen.“
- „VO2max verbessert sich trotz Trainingsvolumen derzeit nicht sichtbar.“
- „Die letzten Wochen zeigen hohe Monotonie. Das spricht für wenig Variation in der Belastung.“
12.4 Beispiel-Statements – Gesundheit
- „Dein Schlaf liegt wiederholt unter 7 Stunden und ist unregelmäßig.“
- „Die Bewegung erfüllt den Mindestrahmen teilweise, Kraftreize fehlen jedoch.“
- „Deine Blutdruckwerte sollten im Verlauf enger beobachtet werden, insbesondere im Morgenkontext.“
13. Medizinische und fachliche Grenzlogik
13.1 Bewegung
Für erwachsene Personen sind als allgemeiner Gesundheitsrahmen mindestens 150–300 Minuten moderate oder 75–150 Minuten intensive Aktivität pro Woche plus Muskelkräftigung an mindestens 2 Tagen/Woche ein sinnvoller Referenzrahmen. Dieser Rahmen ist für die Kategorie „Gesundheit“ wichtig, aber nicht automatisch Leistungsoptimum. [R1]
13.2 Schlaf
Für Erwachsene ist 7+ Stunden Schlaf pro Nacht ein belastbarer allgemeiner Mindestanker. Schlafdauer allein reicht aber nicht; Regelmäßigkeit und Qualität sind zusätzlich relevant. [R2][R8][R9]
13.3 Protein
Für Trainierende ist eine relativ höhere Proteinzufuhr fachlich sinnvoll; als gut belastbare Referenz für die Darstellung eignen sich 20–40 g pro Proteinportion oder etwa 0,25 g/kg pro Portion. Tagesziele sollten zielabhängig und konfigurierbar sein. [R3]
13.4 Blutdruck
Die App sollte sich in der Darstellung am aktuellen europäischen Begriffsrahmen orientieren: elevated BP bei Büro-/Praxiswerten 120–139 systolisch oder 70–89 diastolisch, Hypertonie wie bisher ab ≥140/90 mmHg. Für die App heißt das: Verlauf und Kontext zeigen, aber Diagnose vermeiden. [R4]
13.5 Trainingslast
Trainingsmonitoring ist fachlich sinnvoll, aber nie mit nur einer Kennzahl. Deshalb sollten Last, Erholung, Schlaf und Ziel-Fortschritt immer gemeinsam interpretiert werden. [R5]
14. Priorisierte Umsetzungsreihenfolge
Phase 1 – sofort umsetzen
- Gewichtstrend + Zielprojektion
- Gewicht/FM/LBM-Chart
- Umfangs-Panel
- Energieaufnahme vs. Gewichtstrend
- Protein adequacy chart
- Trainingsvolumen pro Woche
- Trainingsqualitäts-Matrix
- Recovery Score verbessert
- Goal Progress Score
- einfache Korrelationen mit Confidence und Mindestdatenlogik
Phase 2 – stark empfohlen
- Sleep Regularity Proxy
- Lag-Korrelationen
- Plateaudetektor
- Driver Panel
- Health Stability Score
- Ability-Balance-Radar
- Ruhetags-/Recovery-Compliance
Phase 3 – Vorbereitung für KI
- Feature Store je 7/28/90 Tage
- erklärbare Vorstufen-Texte aus Regeln
- Ereignismarker (Infekt, Reise, Wettkampf, Stressphasen)
- subjektive Daten (RPE, Müdigkeit, Schmerz, Motivation)
15. Konkrete technische Spezifikation für den Coding Agent
15.1 Chart Definition Contract
{
"chart_id": "K1_weight_trend",
"category": "body",
"title": "Gewichtstrend + Zielprojektion",
"purpose": "Tagesrauschen von echter Entwicklung trennen",
"required_fields": ["weight.date", "weight.value", "profile.target_weight"],
"optional_fields": ["profile.height_cm"],
"derived_metrics": [
"weight_7d_median",
"weight_28d_slope",
"weight_90d_slope",
"goal_projection_date",
"goal_progress_pct"
],
"default_range": "90d",
"goal_relevance": ["weight_loss", "recomposition", "health"],
"confidence_logic": {
"7d_min_points": 4,
"28d_min_points": 18,
"90d_min_points": 60
},
"interpretation_rules": [
"stable_downward_trend",
"volatile_but_flat",
"rapid_loss_with_lbm_drop"
],
"recommendation_rules": [
"review_deficit",
"review_protein",
"hold_course"
]
}
15.2 Statement Contract
{
"statement_id": "WL_rapid_loss_lbm_drop",
"severity": "warning",
"goal_modes": ["weight_loss", "recomposition"],
"conditions": [
"weight_28d_slope < -0.75_percent_per_week",
"lbm_28d_change < -0.5kg",
"nutrition_score < 70 OR protein_target_days_per_week < 4"
],
"message": "Der Gewichtsverlust ist aktuell relativ schnell und geht mit sinkender Magermasse einher. Prüfe Defizithöhe, Protein und Kraftreize.",
"confidence": "derived_from_data_quality"
}
15.3 Score Contract
{
"score_id": "goal_progress_score",
"range": [0, 100],
"goal_mode_dependent": true,
"components": [
"body_progress_score",
"nutrition_score",
"activity_score",
"recovery_score",
"health_risk_score"
],
"weights_source": "config/goal_weights.yaml",
"output": {
"value": 78,
"label": "gut",
"drivers_positive": ["protein_adherence", "stable_weight_trend"],
"drivers_negative": ["sleep_irregularity"]
}
}
16. Fachliches Fazit
Aus Perspektive der Datenanalyse
Ich würde das Modell klar als mehrdimensional leistungsfähig einstufen. Es ist weit über einem typischen Fitness-Tracker, weil es Körper, Training, Schlaf, Vitalwerte und Ernährung zusammenführt.
Aus Perspektive eines Sportwissenschaftlers / Gesundheitsanalysten
Der größte Mehrwert entsteht nicht durch noch mehr Einzelmetriken, sondern durch:
- zielabhängige Interpretation
- Baseline-Logik statt bloßer Rohwerte
- lag-basierte Zusammenhänge statt naiver Gleichzeitigkeit
- Confidence / Datenqualität
- klare Trennung zwischen Gesundheitsmonitoring, Performance und Heuristik
Zusammengeführt
Die beste Umsetzung ist nicht eine endlose Sammlung bunter Charts. Die beste Umsetzung ist ein System mit:
- wenigen, starken Standardcharts,
- robusten Scores,
- erklärbaren Regeln,
- einer sauberen Brücke zur späteren KI.
Wenn diese Struktur sauber umgesetzt wird, ist bereits ohne KI ein sehr hoher fachlicher Nutzen erreichbar.
17. Referenzbasis
[R1] ACSM / Physical Activity Guidelines: mindestens 150–300 min moderate oder 75–150 min intensive Aktivität pro Woche plus Muskelkräftigung an mindestens 2 Tagen/Woche.
Quelle: ACSM, Physical Activity Guidelines FAQ
https://acsm.org/physical-activity-guidelines-faqs/
[R2] AASM / Sleep Research Society: Erwachsene sollten regelmäßig 7 oder mehr Stunden pro Nacht schlafen.
Quelle: AASM
https://aasm.org/seven-or-more-hours-of-sleep-per-night-a-health-necessity-for-adults/
[R3] ISSN Position Stand Protein and Exercise: allgemeine Empfehlung pro Portion etwa 0,25 g/kg bzw. 20–40 g hochwertiges Protein; höhere Gesamtzufuhr bei Trainierenden oft sinnvoll.
Quelle: Journal of the International Society of Sports Nutrition
https://link.springer.com/article/10.1186/s12970-017-0177-8
[R4] ESC 2024 Guidelines: neue Kategorie „elevated BP“ 120–139 mmHg systolisch oder 70–89 mmHg diastolisch; Hypertonie weiterhin ab ≥140/90 mmHg.
Quelle: European Society of Cardiology
https://www.escardio.org/news/news-room/congress-news/2024-esc-clinical-practice-guidelines-for-the-management-of-elevated-blood-pressure-and-hypertension/
[R5] Athlete load monitoring soll als gemeinsamer Rahmen aus Last, Reaktion und Kontext verstanden werden, nicht als Einzelmetrik.
Quelle: Monitoring Athlete Training Loads: Consensus Statement
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28463642/
[R6] Progressive resistance training muss zielgerichtet ausgestaltet werden; starre Einheitsregeln sind fachlich ungeeignet.
Quelle: ACSM Position Stand – Progression Models in Resistance Training for Healthy Adults
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19204579/
[R7] Für Gewichtsreduktion gelten etwa 0,5–1,0 kg/Woche allgemein als sicher und nachhaltig, aber individualisiert.
Quelle: NICE Overweight and Obesity Management
https://www.nice.org.uk/guidance/ng246/resources/a-guide-for-prescribing-medicines-to-manage-overweight-and-obesity-15299628589/chapter/Prescribing-reviewing-and-stopping-tirzepatide
[R8] Schlafregularität ist als Gesundheitsfaktor eigenständig relevant und teils prädiktiver als bloße Schlafdauer.
Quelle: Sleep regularity is a stronger predictor of mortality risk than sleep duration
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37738616/
[R9] Für die Messung von Schlafregularität sind mehrere Metriken möglich; Auswahl hängt von Studiendauer und Ziel ab.
Quelle: Measuring sleep regularity: theoretical properties and practical usage of existing metrics
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33864369/