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title: "Kanshō – Context Fidelity und Re-Grounding"
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status: "Arbeitsstand"
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date: "2026-08-18"
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product_family: "Jinkendo"
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document_role: "Querschnittliches Fachkapitel / Context Fidelity / Re-Grounding"
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parent_document: "fachliche_zielarchitektur.md"
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# Kanshō – Context Fidelity und Re-Grounding
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Dieses Dokument ist das kanonische Home für Context Drift, Quellenbindung, Fidelity und Re-Grounding.
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<!-- Migriert aus `fachliche_zielarchitektur.md`: ehemaliger Abschnitt 2.9 Context Fidelity und Re-Grounding. Inhalt fachlich unverkuerzt; nur Heading-Level fuer die neue Dateistruktur angepasst. -->
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### 2.9 Context Fidelity und Re-Grounding
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#### Root-Cause-Herleitung
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Die Anforderung an Context Fidelity und Re-Grounding entsteht nicht aus dem Wunsch nach zusätzlicher technischer Komplexität, sondern aus einer strukturellen Eigenschaft langfristiger KI-gestützter Dialogsysteme.
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##### Root Cause
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Kanshō soll Reflexionen, Dialoge, Threads und persönliche Entwicklung über Monate und Jahre hinweg fortführen können.
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Dafür kann nicht bei jeder Interaktion der vollständige historische Originalkontext in das aktive Kontextfenster geladen werden. Langfristige Inhalte müssen daher selektiert, zusammengefasst, verdichtet oder in abgeleitete Memory- beziehungsweise Zustandsstrukturen überführt werden.
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Jede Verdichtung ist jedoch zwangsläufig selektiv. Sie kann:
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- Details weglassen,
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- Gewichtungen verändern,
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- Mehrdeutigkeiten reduzieren,
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- zeitliche Zusammenhänge vereinfachen,
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- Interpretationen stärker wirken lassen als die ursprünglichen Aussagen,
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- frühere Hypothesen ungewollt stabilisieren.
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Problematisch wird dies insbesondere dann, wenn spätere Verdichtungen nicht mehr auf Originalquellen, sondern auf bereits verdichteten Zuständen aufbauen.
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Es entsteht dann potenziell eine Kette wie:
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`Originaldialog → Summary → Thread Memory → Reflection-Space-State → aktualisierte Zusammenfassung → neue Interpretation`
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Mit jeder weiteren Stufe kann sich der verwendete Kontext schrittweise vom ursprünglichen Bedeutungsgehalt entfernen.
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##### Risiko
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Ohne Gegenmechanismus besteht langfristig das Risiko, dass Kanshō nicht mehr primär auf die tatsächlichen Erlebnisse, Aussagen und dokumentierten Erfahrungen des Nutzers reagiert, sondern zunehmend auf seine eigenen früheren Verdichtungen und Interpretationen davon.
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Dies kann insbesondere zu folgenden Problemen führen:
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- Verlust relevanter Nuancen,
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- Verstärkung früherer Fehlinterpretationen,
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- Umdeutung von Hypothesen zu scheinbaren Tatsachen,
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- falsche Musterbildung,
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- unzutreffende Verknüpfungen zwischen Lebensbereichen,
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- fehlerhafte Fortschreibung des Self Models,
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- verzerrte Einordnung persönlicher Werte oder Entwicklungen,
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- scheinbar konsistente, aber biografisch falsche Langzeitnarrative.
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Besonders kritisch ist dieses Risiko bei Aussagen mit hoher persönlicher Bedeutung, etwa zu:
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- Werten,
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- Leitbild,
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- Selbstbild,
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- biografischen Wendepunkten,
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- langfristigen Mustern,
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- tiefen persönlichen Konflikten,
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- Vergangenheitsbewältigung.
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##### Fachliche Konsequenz
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Provenance allein reicht nicht aus.
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Es genügt nicht, nur zu wissen, **woher** eine verdichtete Aussage ursprünglich stammt. Kanshō muss zusätzlich beurteilen können, **wann die aktuell verwendete Verdichtung nicht mehr ausreichend zuverlässig ist und der Ursprungskontext erneut nachvollzogen werden sollte**.
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Der langfristige Kontext darf daher nicht unbegrenzt rekursiv aus bereits abgeleiteten Zuständen fortgeschrieben werden.
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##### Abgeleitete Anforderung
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Kanshō benötigt einen fachlichen Mechanismus zur Bewertung der Kontexttreue beziehungsweise des Drift-Risikos.
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Dieser Mechanismus muss bei Bedarf ein **Re-Grounding** auslösen können.
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Re-Grounding bedeutet:
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- relevante Ursprungsquellen erneut abrufen,
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- den aktuell verwendeten verdichteten Kontext dagegen prüfen,
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- Abweichungen, Widersprüche und Bedeutungsverschiebungen erkennen,
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- den aktuellen Zustand gegebenenfalls neu ableiten,
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- frühere Zustände und Änderungen nachvollziehbar erhalten.
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Der Vorgang muss sowohl:
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- automatisch beziehungsweise systemseitig,
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- als auch ausdrücklich durch den Nutzer
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ausgelöst werden können.
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Die konkrete technische Realisierung – beispielsweise als numerischer Drift Index, mehrdimensionale Fidelity-Metrik oder zustandsbasierte Bewertung – wird erst in der technischen Architektur festgelegt.
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Die fachliche Anforderung an Re-Grounding gilt unabhängig von dieser späteren technischen Ausgestaltung.
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Verdichtete Zustände, Thread Memories und Reflection-Space-Sichten dürfen nicht unbegrenzt rekursiv aufeinander aufbauen, ohne den ursprünglichen Kontext erneut zu prüfen.
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Die fachliche Zielarchitektur fordert deshalb einen **Context-Fidelity-/Drift-Mechanismus**.
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Dieser soll beantworten:
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> Wie sicher kann Kanshō sein, dass der aktuell verwendete verdichtete Kontext noch ausreichend treu zu den zugrunde liegenden Quellen ist?
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Bei ausreichendem Drift-Risiko wird ein **Re-Grounding** ausgelöst.
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Re-Grounding bedeutet:
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- relevante Ursprungsquellen erneut abrufen,
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- bisherigen verdichteten Kontext gegen diese Quellen prüfen,
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- Widersprüche und Veränderungen erkennen,
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- den aktuellen Zustand gegebenenfalls neu ableiten,
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- Provenance und Änderungshistorie erhalten.
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Der Mechanismus muss sowohl:
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- automatisch beziehungsweise systemseitig ausgelöst werden können,
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- als auch ausdrücklich durch den Nutzer anforderbar sein.
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Die konkrete technische Berechnung eines Index, Scores oder Zustandsmodells wird bewusst noch nicht festgelegt.
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Für Entwicklung und Test soll die Admin-/Developer View später mindestens sichtbar machen können:
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- letzten vollständigen Re-Grounding-Zeitpunkt,
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- relevante Drift-/Fidelity-Indikatoren,
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- verwendete Quellschichten,
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- Gründe für ausgelöstes Re-Grounding,
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- Unterschiede zwischen vorherigem und neu abgeleitetem Kontext.
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<!-- Migriert aus `produktvision_und_produktidentitaet.md`: ehemaliger Abschnitt 8.8 Context Drift und Re-Grounding. Inhalt fachlich unverkuerzt; nur Heading-Level fuer die neue Dateistruktur angepasst. -->
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### 8.8 Context Drift und Re-Grounding
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#### Warum diese Funktion notwendig ist
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Diese Anforderung entsteht aus der langfristigen Arbeitsweise von Kanshō:
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Langfristige Dialoge und Erinnerungen müssen im Laufe der Zeit verdichtet werden. Werden spätere Verdichtungen wiederum auf bereits verdichteten Zuständen aufgebaut, können sich Informationsverlust, Fehlinterpretationen und Bedeutungsverschiebungen schrittweise verstärken.
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Das zentrale Risiko besteht darin, dass Kanshō langfristig zunehmend auf seine eigene frühere Interpretation der Biografie reagiert und nicht mehr ausreichend auf die ursprünglichen Aussagen, Erlebnisse und Quellen des Nutzers.
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Daraus folgt die fachliche Notwendigkeit eines Re-Grounding-Mechanismus.
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Die vollständige Herleitung **Root Cause → Risiko → fachliche Konsequenz → abgeleitete Anforderung** ist in `fachliche_zielarchitektur.md` im Kapitel **Context Fidelity und Re-Grounding** dokumentiert.
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Die verdichtete aktuelle Sicht eines Reflection Space dient dazu, langfristige Dialoge handhabbar zu machen. Diese Verdichtung darf jedoch nicht dazu führen, dass Kanshō über längere Zeit nur noch auf früheren Zusammenfassungen, abgeleiteten Erinnerungen oder bereits interpretierten Zuständen aufbaut.
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Daher benötigt Kanshō fachlich einen Mechanismus zur Bewertung, **wie weit der aktuell verwendete Kontext noch zuverlässig auf den ursprünglichen Quellen basiert**.
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Arbeitstitel:
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- **Context Drift Index**
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- alternativ: **Re-Grounding Need**
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- alternativ: **Context Fidelity State**
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Die endgültige Bezeichnung ist offen.
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#### Zweck
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Der Mechanismus soll Kanshō veranlassen, bei zunehmender Unsicherheit oder möglicher semantischer Drift den tatsächlichen historischen Kontext erneut nachzuvollziehen.
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Dazu kann die KI – abhängig von Situation und Relevanz – erneut auf zugrunde liegende Quellen zurückgreifen, beispielsweise:
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- Originaldialoge,
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- frühere Tagebucheinträge,
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- Episoden und Memories,
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- Obsidian-Quellen,
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- mindnet-Knoten und deren Provenance,
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- bestätigte Self-Model-Aussagen,
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- frühere Hypothesen und deren Entwicklungsverlauf.
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#### Fachliche Trigger für Re-Grounding
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Ein erneutes Nachvollziehen des Ursprungskontexts soll insbesondere in Betracht gezogen werden, wenn:
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- ein Kontext über viele Verdichtungs- oder Aktualisierungsschritte fortgeschrieben wurde,
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- der letzte vollständige Quellenabgleich lange zurückliegt,
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- neue Informationen bisherigen Aussagen widersprechen,
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- mehrere Threads oder Reflection Spaces miteinander verschmelzen,
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- eine Aussage hohe persönliche Bedeutung besitzt,
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- das Self Model oder grundlegende Werte betroffen sind,
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- die KI selbst geringe Sicherheit bezüglich des Zusammenhangs erkennt,
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- Herkunft oder Provenance einer relevanten Aussage nicht ausreichend klar ist,
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- der Nutzer eine Einordnung korrigiert,
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- der Nutzer ausdrücklich verlangt, den ursprünglichen Kontext erneut nachzuvollziehen.
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#### Nutzerinitiierte Re-Grounding-Funktion
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Der Nutzer soll Kanshō jederzeit sinngemäß anweisen können:
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> „Prüfe noch einmal den ursprünglichen Kontext.“
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oder:
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> „Geh dafür noch einmal auf die ursprünglichen Reflexionen zurück.“
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Kanshō soll dann nicht lediglich die bestehende Zusammenfassung erneut interpretieren, sondern – soweit verfügbar – auf die zugrunde liegenden Quellen zurückgreifen.
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#### Verhältnis zur Nutzer-Transparenz
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Diese Re-Grounding-Funktion ist von der zuvor beschriebenen Aufklappbarkeit zu unterscheiden.
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- **Aufklappen / Provenance View:** Der Nutzer möchte sehen, worauf eine Aussage basiert.
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- **Re-Grounding:** Kanshō selbst rekonstruiert den relevanten Kontext erneut aus den Ursprungsquellen und prüft seine bisherige Verdichtung beziehungsweise Interpretation.
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Beide Funktionen greifen auf ähnliche Provenance-Strukturen zurück, dienen aber unterschiedlichen Zwecken.
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#### Kein blindes Überschreiben
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Ein erneuter Quellenabgleich soll frühere Zustände nicht spurlos überschreiben.
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Wenn sich die bisherige Einordnung ändert, sollte nachvollziehbar bleiben:
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- was zuvor angenommen wurde,
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- welche neuen beziehungsweise erneut geprüften Quellen berücksichtigt wurden,
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- warum sich die Einordnung verändert hat,
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- welcher aktuelle Stand daraus entstanden ist.
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Die konkrete Berechnung eines Drift- oder Fidelity-Werts wird erst in der technischen Architektur spezifiziert.
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**Additiv 2026-08-26 (Journal):** Für den Journalentwurf gilt Fidelity als Faktentreue, nicht als Wortlautkopie. Ereignisse, Unsicherheit, Plan versus Vollzug und einmalige Details bleiben an die ausgewählten Nutzerquellen gebunden. Orthografie, Satzbau und Dialogform dürfen in der Narration verändert werden. Neue Personen, Orte, Zeiten, Motive oder Kausalität bleiben Drift.
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