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|---|---|---|---|---|---|
| Kanshō – Reflection Outputs | Arbeitsstand | 2026-08-18 | Jinkendo | Fachkapitel / Reflection Outputs / Handoffs | fachliche_zielarchitektur.md |
# Kanshō – Reflection Outputs
Dieses Dokument ist das kanonische Home für fachliche Ergebnisse eines Reflexionsdialogs.
17. Ergebnisse eines Reflexionsdialogs
Ein Dialog kann mehrere unterschiedliche Ergebnisse erzeugen.
Diese Ergebnisse müssen voneinander getrennt behandelt werden.
17.1 Journal Entry
Ein menschenlesbarer autobiografischer Text.
Zielsystem:
- primär Obsidian,
- damit indirekt mindnet.
17.2 Reflection Memory
Eine verdichtete, aber nachvollziehbare Erkenntnis aus einer Reflexion.
Beispiele:
- persönliche Einsicht,
- wiederkehrendes Thema,
- bestätigte Beobachtung.
Zielsystem:
- mindnet.
17.3 Knowledge Delta
Eine neue oder geänderte Beziehung im persönlichen Wissensnetz.
Beispiele:
- neue Verbindung zwischen Erlebnis und Wert,
- neue Referenz,
- korrigierte frühere Annahme,
- neue Hypothese.
Zielsystem:
- mindnet.
17.4 Action Candidate
Aus einer Reflexion kann eine konkrete Handlungsabsicht entstehen.
Beispiele:
- neues Ziel,
- Ritual,
- Experiment,
- Aufgabe,
- persönlicher Entwicklungsschritt.
Zielsystem:
- Kairo.
Kanshō soll diese Handlungsabsicht erkennen und zur Übernahme anbieten.
Kanshō selbst wird dadurch nicht zum Aufgaben- oder Projektmanager.
Session Lifecycle und Thread Lifecycle
Status: entschieden
Root Cause
Eine zeitlich begrenzte Nutzungssitzung und ein persönlicher Denk- oder Reflexionsfaden besitzen unterschiedliche natürliche Lebensdauern. Ein Gespräch kann für den aktuellen Moment ausreichend sein, obwohl sein Thema fachlich offen, bewusst wiedervorgelegt oder vorläufig nicht relevant bleibt.
Risiko
Eine Kopplung beider Lebenszyklen würde entweder offene Themen beim Sitzungsende künstlich als gelöst behandeln oder Sitzungen unnötig offenhalten, solange noch ein weiterführbarer Thread existiert. Dadurch gingen natürliche Gesprächsabschlüsse, verlässliche Wiedervorlagen oder der tatsächliche Erkenntnisstand eines Threads verloren.
Fachliche Konsequenz und Architekturregel
Session Lifecycle ≠ Thread Lifecycle
Das Ende einer Session bezeichnet das Ende der aktuellen Interaktion und der dazugehörigen Output-Verarbeitung. Es bedeutet nicht automatisch, dass alle in der Session berührten Threads abgeschlossen sind.
Eine Session kann insbesondere enden durch:
- einen expliziten Abschluss durch den Nutzer,
- eine von Kanshō angebotene und vom Nutzer angenommene Abschlussmöglichkeit bei erkannter Reflection Saturation,
- einen natürlichen Gesprächsauslauf, bei dem Kanshō einen kurzen oder für den Moment ausreichenden Intent nicht durch künstliche Folgefragen verlängert.
Nach dem Session-Ende können betroffene Threads beispielsweise Open, Anchored / Resurface, Dormant oder Resolved sein. Resolved darf nur den für den derzeitigen Erkenntnisstand ausreichend bearbeiteten Thread bezeichnen; es folgt nicht allein aus dem Ende der Session.
Die bisher benannten Thread-Zustände bilden ausdrücklich keine abschließende Zustandsmenge und kein technisches State Model. Ob weitere fachliche Zustände oder zusätzliche Metainformationen benötigt werden, wird in der späteren Ausarbeitung des Thread- und Datenmodells geprüft.
Sichtbarer Abschluss einer Tagesreflexion
Status: entschieden
Root Cause
Der Abschluss soll dem Nutzer Orientierung und einen stimmigen Übergang aus der Reflexion geben. Gleichzeitig ist die Tagesreflexion ein natürlicher Dialog und kein formaler Workflow mit stets gleicher Ergebnisliste.
Risiko
Ein obligatorischer Ergebnisbildschirm oder eine feste Abschluss-Checkliste würde auch kurze beziehungsweise natürlich auslaufende Gespräche künstlich verlängern und interne Modellkomplexität an die Oberfläche tragen. Ein vollständig unsichtbarer Abschluss könnte dagegen relevante offene Punkte, Wiedervorlagen oder sinnvolle Anschlussmöglichkeiten verlieren.
Fachliche Konsequenz und Entscheidung
Der sichtbare Abschluss ist adaptiv und möglichst leicht. Der Standard bezeichnet ein Abschlussverhalten, nicht ein in jeder Session identisches Artefakt.
Für eine substanzielle Tagesreflexion gilt grundsätzlich:
- Kanshō gibt einen kurzen persönlichen Abschlussgedanken oder eine knappe Spiegelung statt einer vollständigen Gesprächszusammenfassung.
- Offene Punkte und gesetzte Wiedervorlagen werden nur sichtbar gemacht, wenn sie tatsächlich bestehen und für den Abschluss relevant sind.
- Es werden höchstens wenige kontextuelle Anschlussmöglichkeiten angeboten, beispielsweise „Tagebucheintrag ansehen“, „morgen weiter“ oder „noch vertiefen“.
- Interne Outputs werden nicht allein aufgrund ihrer Existenz als technische Objekte präsentiert.
Ein kurzer oder natürlich ausgelaufener Dialog darf mit einer schlichten Bestätigung enden. Kanshō erzeugt dann weder künstlich eine Zusammenfassung noch erzwingt es einen separaten Ergebnisbildschirm.
Die hier vermiedene künstliche Zusammenfassung bezeichnet den sichtbaren Abschluss. Sie schließt interne, quellengebundene Summaries für Working Context, Thread Memory oder die langfristige Dialogkontinuität ausdrücklich nicht aus.
Damit bleibt der Abschluss im Gespräch verankert. Eine spätere UX-Ausarbeitung darf seine Darstellung konkretisieren, aber daraus keinen verpflichtenden mehrstufigen Workflow machen.
Reflexionserleben, Kontinuitätsarbeit und Output-Artefakte
Status: entschieden
Eine Tagesreflexion muss kein eigenständiges Ergebnisartefakt erzeugen, um fachlich sinnvoll oder erfolgreich zu sein. Ihr primärer Wert kann bereits im Wahrnehmen, Aussprechen, Reflektieren, vorläufigen Einordnen oder bewussten Offenlassen liegen.
Davon zu unterscheiden ist die interne Kontinuitätsarbeit. Auch wenn kein Journal Entry, keine Reflection Memory, kein Knowledge Delta und kein Action Candidate entsteht, kann Kanshō insbesondere:
- die verlässliche Originalrepräsentation des Dialogs als Primärquelle erhalten,
- für lange Dialoge und spätere Wiederaufnahme quellengebundene Summaries beziehungsweise Thread Memories fortschreiben,
- tatsächlich relevante Erkenntnisse, offene Fragen und mögliche Nebenfäden mit ihrem vorläufigen Status erhalten,
- betroffene Thread-Zustände und Wiedervorlageanker aktualisieren,
- zeitlichen Kontext, Provenance und Unsicherheit der abgeleiteten Strukturen bewahren.
Diese Kontinuitätsstrukturen sind nicht automatisch sichtbare Session-Ergebnisse und nicht mit bestätigtem langfristigem Wissen gleichzusetzen. Ein möglicher Nebenfaden, eine Hypothese oder eine verdichtete Summary bleibt als vorläufige beziehungsweise abgeleitete Struktur gekennzeichnet.
Summaries und andere Verdichtungen dürfen zur handhabbaren Fortsetzung über lange Dialoge hinweg verwendet werden. Sie ersetzen jedoch nicht die Originalquelle. Bei erkanntem Drift-Risiko, Widerspruch, möglicher Fehlinterpretation oder ausdrücklichem Nutzerwunsch wird der relevante Gesprächsverlauf gemäß context_fidelity_and_regrounding.md erneut aus den Ursprungsquellen analysiert und der verwendete Kontext gegebenenfalls neu abgeleitet.
Kontinuitätsarbeit ist eine laufende Systemverantwortung und nicht ausschließlich ein Verarbeitungsschritt am Session-Ende. Summaries, Working Context oder Thread Memory dürfen bereits während eines langen Dialogs fortgeschrieben oder bei Bedarf neu aufgebaut werden. Das Session-Ende bildet lediglich einen zusätzlichen fachlichen Prüfpunkt, an dem notwendige Sicherungen, tatsächliche Änderungen und möglicher Re-Grounding-Bedarf bewertet werden. Es erzwingt weder eine neue Verdichtung noch ein Ergebnisartefakt.
Noch auszuarbeiten
Beim Abschluss der laufenden Ausarbeitung der Nutzungssituation Tagesreflexion werden hier noch Session Output, Narrative Output und Long-Term Output sowie ihre konkreten Erzeugungs- und Persistenzregeln ergänzt. Die sichtbare Abschluss-Baseline ist entschieden; die genaue spätere UX-Darstellung bleibt konkretisierbar.