Enhance documentation for the Kanshō project by adding a Foundation-Checkpoint and Continuity Capability Contract. These sections outline the architectural framework and core capabilities necessary for the implementation of the Memory/Continuity-Core, ensuring clarity on critical paths and implementation principles. Historical intent statuses are preserved for reference, while emphasizing a streamlined approach to development.
This commit is contained in:
parent
662eb78b60
commit
a8caeb0dd4
|
|
@ -272,3 +272,80 @@ Die **technische** Zielarchitektur liegt parallel unter `docs/architecture/techn
|
|||
|
||||
Der detaillierte Kapitelplan, die Interviewmethode, Definition of Done, Fortschrittsstatus und der nächste Interviewblock werden ab jetzt in `interview_plan.md` gepflegt.
|
||||
|
||||
---
|
||||
|
||||
# Foundation-Checkpoint vor Implementierungsstart – 2026-08-21
|
||||
|
||||
**Status: neue aktuelle Arbeitssteuerung; frühere Interview-/Intent-Statusangaben bleiben als historische Zwischenstände erhalten**
|
||||
|
||||
## Anlass
|
||||
|
||||
Die Fachkonzeption wurde bewusst weit genug entwickelt, um teure spätere Refaktierungen bei Memory, Context, Reflection Spaces, Provenance und langfristiger Kontinuität zu vermeiden.
|
||||
|
||||
Gleichzeitig besteht das Risiko, dass eine vollständige Umsetzung des gesamten Zielmodells zu einer überkomplexen ersten Anwendung führt und ein Coding-Agent aus dem umfangreichen Konzept verkürzte oder falsche Implementierungsannahmen ableitet.
|
||||
|
||||
Daher wird zwischen drei Ebenen unterschieden:
|
||||
|
||||
> **Target Concept → Implementation Foundation → Vertical MVP Slices**
|
||||
|
||||
Das ausführliche Fachkonzept beschreibt, wohin Kanshō wachsen können muss.
|
||||
|
||||
Die Implementation Foundation definiert nur die Architekturregeln, die frühe Sackgassen verhindern sollen.
|
||||
|
||||
Ein MVP Slice implementiert nur eine kleine real nutzbare Produktfunktion auf dieser Foundation.
|
||||
|
||||
## Ergebnis des Foundation Audits
|
||||
|
||||
### Kein grundlegender Widerspruch festgestellt
|
||||
|
||||
Die aktuellen Kernentscheidungen sind fachlich miteinander vereinbar:
|
||||
|
||||
- Originalquellen bleiben kanonische Referenzbasis.
|
||||
- Kanshō besitzt die langfristige Dialog-, Erlebnis- und Reflexionsgeschichte; mindnet das langfristig integrierte persönliche Wissensnetz.
|
||||
- Reflection Spaces sind lebendige Bedeutungs- und Kontextbereiche und keine bloßen Ablageordner.
|
||||
- Reflection Space first / Long-Term Memory on demand begrenzt die aktive Kontextmenge.
|
||||
- Provider State und Retrieval-Indizes sind Hilfs-/Optimierungsschichten und keine fachliche Source of Truth.
|
||||
- AI Hypotheses, zeitgebundene Selbstaussagen und bestätigtes persönliches Wissen bleiben unterscheidbar.
|
||||
- User Correction beeinflusst Current Validity, ohne historische Quellen zu verfälschen.
|
||||
- Memory Write / Update ist signal-driven und soll nicht nach jedem Turn alle möglichen Objektarten analysieren.
|
||||
- Ein wesentlicher generativer Hauptmodell-Call pro Turn bleibt der Normalfall.
|
||||
|
||||
### Erkannte Status-Drift: 11 Intents
|
||||
|
||||
Frühere Abschnitte dieses Dokuments behandeln die elf Nutzungssituationen als nächsten Interviewblock beziehungsweise als unmittelbar weiter auszuarbeitende Konzeptsequenz.
|
||||
|
||||
Diese Arbeitssteuerung ist **nicht mehr aktuell**.
|
||||
|
||||
Die elf Nutzungssituationen bleiben fachlich nützliche Szenarien, sind aber kein Critical-Path-Gate für den Implementierungsstart und müssen nicht als elf technische Intent Engines realisiert werden.
|
||||
|
||||
Sie werden künftig primär betrachtet als:
|
||||
|
||||
- UX- und Nutzungsszenarien,
|
||||
- Acceptance Cases,
|
||||
- Test- und Validierungskatalog,
|
||||
- mögliche spätere Spezialisierungen, falls reale Nutzung dies rechtfertigt.
|
||||
|
||||
## Aktueller Critical Path
|
||||
|
||||
Vor dem Coding werden nur noch folgende Schritte als notwendig betrachtet:
|
||||
|
||||
1. implementierungsrelevanten Memory-/Continuity-Core abschließen,
|
||||
2. kompakte `implementation_foundation.md` als Coding-Leitplanke festziehen,
|
||||
3. Foundation-/Drift-Audit durchführen,
|
||||
4. ersten vertikalen MVP Slice konkret spezifizieren,
|
||||
5. Coding beginnen.
|
||||
|
||||
Der erste MVP Slice soll bewusst deutlich kleiner sein als das vollständige Kanshō-Zielmodell.
|
||||
|
||||
Aktuell bevorzugter Kandidat:
|
||||
|
||||
> **Journal / Daily Reflection als Day-One-artige Keimzelle auf Kanshō-Foundations**
|
||||
|
||||
Die konkrete Nutzeranwendung, UX, In-/Out-of-Scope-Funktionen und Acceptance Criteria werden nach diesem Foundation-Abschluss separat spezifiziert.
|
||||
|
||||
## Implementierungsprinzip
|
||||
|
||||
> **Nicht das Zielmodell vorbauen. Nur die Foundations vorbauen, deren späteres Nachrüsten teuer wäre; danach vertikal und nutzungsgetrieben iterieren.**
|
||||
|
||||
Damit ist die ausführliche Konzeptarbeit weiterhin verbindliche Leitplanke gegen strukturelle Sackgassen, aber kein monolithisches Lastenheft für den ersten Coding-Schritt.
|
||||
|
||||
|
|
|
|||
|
|
@ -1686,3 +1686,82 @@ Nicht mehr grundsätzlich offen sind:
|
|||
- ob jede Objektart nach jedem Turn vollständig neu analysiert werden muss,
|
||||
- ob jede Enrichment-Entscheidung vor der sichtbaren Antwort abgeschlossen sein muss,
|
||||
- ob jede Verarbeitungsaufgabe einen eigenen starken LLM-Aufruf benötigt.
|
||||
|
||||
---
|
||||
|
||||
## Continuity Capability Contract
|
||||
|
||||
**Status: fachliche Abschluss-Baseline für den implementierungsrelevanten Memory-/Continuity-Core**
|
||||
|
||||
Der Continuity Capability Contract definiert nicht eine weitere interne Ontologie, sondern die beobachtbaren Fähigkeiten, an denen die langfristige Reflexionskontinuität von Kanshō gemessen wird.
|
||||
|
||||
Kanshō erfüllt den fachlichen Anspruch eines langfristigen persönlichen Reflexionsbegleiters, wenn folgende Fähigkeiten zuverlässig realisierbar sind:
|
||||
|
||||
1. **Im aktuellen Reflexionsraum bleiben**
|
||||
Der normale Dialog orientiert sich primär an aktueller Session, Primary Reflection Space, aktiven Threads und offenen Fragen. Das globale Langzeitgedächtnis wird nicht permanent aktiviert.
|
||||
|
||||
2. **Sinnvoll fortsetzen**
|
||||
Ein früher begonnener Reflexionsfaden kann später wiederaufgenommen werden, ohne dass der Nutzer wesentliche bereits vorhandene Zusammenhänge erneut erklären muss.
|
||||
|
||||
3. **Relevant erinnern statt maximal erinnern**
|
||||
Frühere Inhalte werden nur dann aktiviert, wenn sie den aktuellen Reflexionsschritt tatsächlich verbessern.
|
||||
|
||||
4. **Aktuell und historisch unterscheiden**
|
||||
Frühere Sichtweisen, Gefühle, Bewertungen und Interpretationen werden nicht stillschweigend mit dem heutigen Zustand gleichgesetzt.
|
||||
|
||||
5. **Veränderung erkennbar machen**
|
||||
Relevante Entwicklungen zwischen früheren und aktuellen Perspektiven müssen nachvollziehbar darstellbar sein.
|
||||
|
||||
6. **Unsicherheit erhalten**
|
||||
AI Hypothesis, Observed Pattern, Candidate, explizite Nutzeraussage und bestätigte Erkenntnis bleiben unterscheidbar.
|
||||
|
||||
7. **Korrigierbar bleiben**
|
||||
Eine ausdrückliche Nutzerkorrektur verändert Current Validity. Frühere Zustände bleiben historisch nachvollziehbar, werden aber nicht weiter als aktuelle Wahrheit verwendet.
|
||||
|
||||
8. **Zur Quelle zurückkehren können**
|
||||
Wenn Genauigkeit, Widerspruch, historische Rekonstruktion oder Re-Grounding es erfordern, kann Kanshō auf die zugrunde liegenden Originalquellen zurückgreifen.
|
||||
|
||||
9. **Keine künstliche Memory-Produktion**
|
||||
Eine Session muss nicht automatisch Experiences, Insights, Threads, Patterns, Reflection Memories oder andere langlebige Objekte erzeugen.
|
||||
|
||||
10. **Kontinuität bleibt dienend**
|
||||
Memory, mindnet und Personal Model unterstützen den Reflexionsdialog und dürfen ihn nicht durch unnötiges Erinnern, Strukturieren oder Psychologisieren dominieren.
|
||||
|
||||
11. **Normale Nutzung bleibt effizient**
|
||||
Ein wesentlicher generativer Hauptmodell-Call pro Dialogturn bleibt der Normalfall. Tieferes Retrieval und Enrichment werden signal- beziehungsweise bedarfsgesteuert aktiviert.
|
||||
|
||||
12. **Providerunabhängige Kontinuität**
|
||||
Die langfristige Kontinuität darf nicht davon abhängen, dass ein bestimmter KI-Provider Conversation State dauerhaft hält.
|
||||
|
||||
### Referenz-Akzeptanzfall
|
||||
|
||||
Wenn der Nutzer nach längerer Zeit sagt:
|
||||
|
||||
> „Ich möchte noch einmal über meine Meditationserfahrungen nachdenken.“
|
||||
|
||||
soll Kanshō fachlich in der Lage sein:
|
||||
|
||||
- den relevanten Reflection Space beziehungsweise Reflexionszusammenhang zu erkennen,
|
||||
- den aktuellen Stand und relevante offene Fäden zu berücksichtigen,
|
||||
- gezielt relevante frühere Experiences, Insights oder Quellen einzubeziehen,
|
||||
- irrelevante autobiografische Bereiche nicht automatisch zu aktivieren,
|
||||
- bei Bedarf eine frühere Aussage quellenorientiert zu rekonstruieren,
|
||||
- damalige und heutige Perspektive voneinander zu unterscheiden,
|
||||
- neue Erkenntnisse provenance-fähig und vorsichtig fortzuschreiben.
|
||||
|
||||
### Abschlussgrenze dieses Fachblocks
|
||||
|
||||
Mit Context Builder, Memory Write / Update Policy und diesem Continuity Capability Contract ist der implementierungsrelevante fachliche Memory-/Continuity-Core ausreichend spezifiziert.
|
||||
|
||||
Nicht vor einem ersten produktiven Slice verbindlich auszudetaillieren sind insbesondere:
|
||||
|
||||
- mathematische Promotion Scores,
|
||||
- vollständige Relationsontologie,
|
||||
- adaptive Policy-Learning-Algorithmen,
|
||||
- umfassende longitudinale Pattern-Erkennung,
|
||||
- ausgereiftes Self Model,
|
||||
- vollständige mindnet-Promotion,
|
||||
- finale technische Storage- und Retrieval-Architektur.
|
||||
|
||||
Diese Punkte bleiben Ziel- beziehungsweise Ausbauarchitektur und blockieren den Start einer inkrementellen Implementierung nicht.
|
||||
|
||||
|
|
|
|||
Loading…
Reference in New Issue
Block a user