--- title: "Einheit 3 - vollständiger aktueller Planungsstand" source_workbook: "Phase_B_10_Einheiten_E4_ausgewogen_abgeleitet_v2_1.xlsx" source_sheet: "E3" migration_mode: "vollständiger Zellinhalt" --- # Einheit 3 - vollständiger aktueller Planungsstand Quelle: `sources/raw/Phase_B_10_Einheiten_E4_ausgewogen_abgeleitet_v2_1.xlsx` - Blatt `E3`. > Diese Datei ist eine vollständige Markdown-Migration des Tabellenblatts. Sie ist keine inhaltliche Kurzfassung. Leere Zellen und Merge-Strukturen werden soweit möglich als leere Tabellenfelder erhalten. ## E3 – Stabilisierung, Körpererfahrung und sexualisierte Grenzüberschreitung | Leitfrage | Was bleibt von den verbalen Werkzeugen aus E2 verfügbar – und was verändert sich, wenn körperliche Nähe, Mehrpersonenlage und sexualisierte Grenzüberschreitung hinzukommen? | | --- | --- | | Lernbewegung | E2-Werkzeuge stabilisieren → körperlich-räumliche Bedrängnis erleben → verdichteten Gruppen- und Abwertungsdruck erleben → Reaktionen einordnen und Grenzen der Deeskalation verstehen → Grundlagen sexualisierter Gewalt, Gegenwehr und Hilfe einführen → sexualisierte Grenzüberschreitung als ersten spezifischen Anwendungskontext bearbeiten | | Belastung | moderat; im sexualisierten Anwendungsteil klar angekündigt und wählbar | | SV-Zeit ca. | 0 Minuten – nächste Griffvariation wird in E4 verschoben | | Status | E3 v1.8: Der bestehende Lernpfad sexualisierte Gewalt wird wieder an die Kompetenzmatrix angebunden. Die allgemeine Einführung erhält 25 Minuten und umfasst Spektrum, Zustimmung, Macht, Mythen, Stressreaktionen, Wirksamkeit von Gegenwehr und Hilfsoptionen. U07/U06 bleiben Körper-/Wahrnehmungsübungen. | | Zeit | Dauer | Baustein / Übung | Funktion | Lernschleife / Anschluss | Status | Hinweis / Grenze | Prüfstatus | Eigene Anmerkung | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | 00:00–00:35 | 35 | Vertiefungsblock E2: verbale Handlungsfähigkeit stabilisieren | Die fünf Werkzeuge in einem neuen neutralen Gesprächskontext abrufen, einen tatsächlich sichtbaren Engpass auswählen und den entscheidenden Moment erneut erproben. | Kurz aktivieren → neue Vollszene → einen Engpass diagnostizieren → gezielt vertiefen → kurz wiedererproben. | Stabilisierung | Kein Wiederholungsvortrag, keine Bedrängnis- oder sexualisierte Szene. Detailsteuerung im Blatt 22. | | | | 00:35–00:50 | 15 | U07 Bedrängnis: körperlich-räumliche Erfahrung | Erleben, wie Nähe und eingeschränkte Bewegungsfreiheit den subjektiven Handlungsspielraum verengen können. | Sicherheitsrahmen → kurze Rollenrunden → Rollenende. | Bestandsübung U07 | Keine Worte, keine Arme, keine Handlungsaufgabe, keine Bewertung der Reaktion. Ziel ist Körpererfahrung, nicht erfolgreiche Lösung. | | | | 00:50–00:55 | 5 | Kurze Erlebnisreflexion U07 | Körperliche und räumliche Wahrnehmungen benennen und die Übung sauber abschließen. | Rollen verlassen → orientieren → beschreiben, nicht bewerten. | Erkenntnissicherung | Nur Erleben, Enge, Blick, Atmung, Bewegung und wahrgenommene Signale; keine nachträgliche Leistungsfrage. | | | | 00:55–01:10 | 15 | U06 Bedrängnis: verbale und soziale Verdichtung | Erleben, was sich verändert, wenn zu körperlich-räumlicher Bedrängnis mehrere Personen, wiederholte Abwertung und sozialer Kontext hinzukommen. | Klare Rollen → kurzer Durchgang → Rollenende. | Bestandsübung U06 | Nur einsetzen, wenn Gruppe, Sprache und Kontext den Reiz tatsächlich verändern. Keine Anwendungspflicht der E2-Werkzeuge. | | | | 01:10–01:20 | 10 | Vergleich und Erkenntnissicherung U07/U06 | Gesprächsdruck, räumliche Bedrängnis und Gruppen-/Abwertungsdruck unterscheiden; Reaktionen normalisieren und Grenzen der Deeskalation erkennen. | Vergleichen → normalisieren → frühe Signale → legitimen Zielwechsel benennen. | Reflexion | Keine Lösungen für U07/U06 nachträglich abprüfen. Pädagogischer Endpunkt: früher erkennen, Ziel wechseln dürfen, Verantwortung nicht verschieben. | | | | 01:20–01:30 | 10 | Pause | Entlastung und klarer Übergang zum sensiblen Themenfeld sexualisierte Gewalt. | Unterbrechung → freiwilliger Wiedereinstieg. | Pause | Nach der Pause Inhalt transparent ankündigen; Beobachterrolle und Ausstiegsmöglichkeit erneut benennen. | | | | 01:30–01:55 | 25 | Allgemeine Einführung: sexualisierte Gewalt, Gegenwehr und Hilfe | Gemeinsames Grundverständnis schaffen: Spektrum, Unerwünschtheit, Zustimmung, Macht/Abhängigkeit, Täter- und Ortsmythen, Stressreaktionen, Gegenwehr sowie Schutz- und Hilfsoptionen. | Kontinuum → Zustimmung/Macht → Mythen → Evidenz zu Gegenwehr → Optionen/Hilfe → Brücke zum Rollenspiel. | JIT-Grundlagenblock | Kernaussage: Aktive verbale, körperliche und fluchtbezogene Gegenwehr erhöht nach der Forschung die Chance, eine Vollendung zu verhindern; daraus folgt keine Pflicht und keine Schuldzuweisung bei Nicht-Gegenwehr. | | | | 01:55–02:30 | 35 | Rollentraining: sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz | Bekannte verbale Werkzeuge, Abbruch, Entfernung, Hilfe und institutionelle Optionen in einem fachlich spezifischen Kontext anwenden. | Prebriefing → begrenzte Szene → Beobachtung → fokussierte Auswertung. | Bestandsrollenspiel / Ankerübung | Keine Pflicht zur Deeskalation oder zum Überzeugen. Grenze, Abbruch, Entfernung und Hilfe sind gleichwertige Ziele. Keine improvisierte Eskalation. | | | | 02:30–02:50 | 20 | Fokussierte Auswertung und Transfer | Unerwünschtheit, Machtgefälle, verfügbare Handlungsoptionen, Hilfspersonen und institutionelle Wege ordnen; einen wirksamen Moment oder Engpass sichern. | Erleben → Wirkung → Optionen → Unterstützungsweg → persönlicher Transfer. | Auswertung | Beobachtung ist kein Nachweis individueller Handlungskompetenz. Kein Rückschluss auf 'richtiges' Verhalten in einer Vergewaltigungslage. | | | | 02:50–03:00 | 10 | Abschluss und Brücke zu E4 | Belastung regulieren, Kernbotschaften sichern und ankündigen, dass E4 Hilfe/Delegation, weitere sexualisierte Kontexte und die nächste körperliche Kontaktunterbrechung aufgreift. | Rollenende → Orientierung → Kernbotschaften → Vorschau. | Transfer | Keine neue Übung. Einen konkreten Unterstützungsweg beziehungsweise eine Anlaufstelle sichern. | | | | Summe | 180 | E3 v1.8: 35 Min. verbale Stabilisierung; 45 Min. U07/U06 einschließlich Erkenntnissicherung; 10 Min. Pause; 25 Min. allgemeine Einführung sexualisierte Gewalt; 35 Min. Ankerrollenspiel; 20 Min. Auswertung; 10 Min. Abschluss. | | --- | --- | --- | | E3 – Lehrpfad und Kompetenzfortschritt | | | | | | | | | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | Stufe | Lernmodus | Ausgangskompetenz | Neue Erfahrung / Kompetenz | Nicht behaupten | Anschluss | Beobachtbarer Nachweis | Risiko | Anti-Drift-Regel | | Vertiefungsblock E2 | Handlungstraining | E2-Werkzeuge erstmals integriert angewandt | Werkzeuge in neuem neutralem Kontext abrufen; einen Engpass gezielt verändern | Keine stabile Meisterschaft unter hoher Belastung | U07 | Mindestens eine hilfreiche Veränderung im Wiederholungsmoment | Zu viele Werkzeuge gleichzeitig | Nur ein Engpass wird vertieft | | U07/U06 | Körper- und Druckerfahrung | verbale Handlungsfähigkeit vorhanden | Nähe, Raumverlust, Mehrpersonenlage und Abwertung körperlich/sozial unterscheiden | Keine neue Ausstiegs- oder SV-Kompetenz | Erkenntnissicherung | Unterschiede und eigene Wahrnehmungen beschreiben | Ohnmacht als Lernziel missverstehen | Erleben statt Leistung | | Erkenntnissicherung | Einordnung und Normalisierung | Erfahrungen aus U07/U06 | Frühe Signale, Stressreaktionen und Grenzen verbaler Deeskalation verstehen | Keine therapeutische Bearbeitung oder Leistungsbewertung | Grundlagen sexualisierte Gewalt | Mindestens ein Frühwarnsignal und legitimer Zielwechsel benennen | Victim-Blaming | Reaktionen normalisieren; Verantwortung klar zuordnen | | Grundlagen sexualisierte Gewalt | Fachliche Orientierung / Mythendekonstruktion | allgemeine Gewalt- und Druckbegriffe aus E1–E2 | Spektrum, Zustimmung, Macht, Mythen, Gegenwehr, Hilfe und Grenzen pauschaler Empfehlungen einordnen | Keine Garantie, keine Pflicht zur Gegenwehr, keine Theorieüberfrachtung | Ankerrollenspiel | Teilnehmerin kann mindestens zwei Mythen korrigieren und mehrere legitime Optionen nennen | falsche Symmetrie oder Abschreckung | Evidenz klar, aber ohne Schuldzuweisung vermitteln | | Sexualisierte Grenzüberschreitung | Anwendung in spezifischem Kontext | E2-Werkzeuge plus Grundlagenblock | Unerwünschtheit, Machtgefälle, Abbruch, Entfernung, Hilfe und institutionelle Optionen anwenden/einordnen | Keine Pflicht zur Deeskalation oder erfolgreichen Selbstbehauptung | E4 | Passende Ziele und Unterstützungswege werden sichtbar | zu hohe Belastung | Prebriefing, Wahlfreiheit, begrenzte Szene | | U07/U06 – verbindliche didaktische Trennung | | | --- | --- | | U07 – Ziel | Körperlich-räumliches Bedrängtsein erleben und wahrnehmen. | | U07 – keine Erweiterung | Keine Handlungsaufgabe, keine STOP-Anwendung, keine Ausstiegsprogression und keine SV-Technik. | | U06 – Ziel | Erleben, wie Mehrpersonenlage, Sprache, Abwertung und sozialer Kontext den Druck verdichten. | | U06 – keine Erweiterung | Keine Vertiefung der E2-Werkzeuge und kein vollständiges Konfliktrollenspiel. | | Gemeinsame Sicherung | Stressreaktionen normalisieren, frühe Signale und Grenzen der Deeskalation verstehen, legitimen Zielwechsel benennen. | | Pädagogischer Endpunkt | Nicht 'Ich war ausgeliefert', sondern: 'Ich erkenne früher, was mit mir und meinem Handlungsspielraum geschieht; ich darf mein Ziel wechseln und Hilfe nutzen.' |